Risiko & Controlling

Spezialist Gesamtbanksteuerung

Führt Ertrag, Risiko und Kapital zu einer Steuerung zusammen – Zinsbuch, Planung und Kapitalquoten als eine Rechnung statt vieler Einzelsichten.

Weg in die Rolle
60 Monate (5 Jahre)
Ausbildung
1.450 €
Berufseinstieg
4.100 €
Studium
Wirtschaftsmathematik, BWL oder Volkswirtschaft (M.Sc.) oder Bankbetriebswirt

Die Aufgaben

  • Zinsbuch und Zinsergebnis simulieren
  • Kapitalquoten planen und Engpässe erkennen
  • Risikotragfähigkeit in beiden Sichten rechnen
  • Mehrjahresplanung mit Fachbereichen abstimmen
  • Vorlagen für Vorstand und Aufsichtsrat erstellen

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.450 € / Monat

entspricht 17.400 € im Jahr

Berufseinstieg 4.100 € / Monat

entspricht 49.200 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.600–6.000 €

Orientierungswerte. Die Stellen liegen in den oberen Tarifgruppen des jeweiligen Tarifvertrags, in großen Instituten außertariflich; entscheidend sind Institutsgröße, Aufsichtskategorie und Tiefe der eingesetzten Verfahren. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Spezialist für Gesamtbanksteuerung?

Ein Institut hat viele Einzelsichten: Kreditgeschäft, Eigenanlagen, Provisionsergebnis, Kosten, Kapitalquoten, Risikokennzahlen. Die Gesamtbanksteuerung führt sie zu einer Rechnung zusammen und beantwortet Fragen, die keine Einzelsicht beantworten kann: Was passiert mit dem Zinsergebnis der nächsten drei Jahre, wenn die Zinsen um zwei Prozentpunkte fallen? Reicht das Kapital, wenn das Kreditvolumen um zehn Prozent wächst? Welcher Geschäftsbereich verdient nach Risiko- und Eigenkapitalkosten tatsächlich Geld?

Kern ist die Zinsbuchsteuerung. Die Fristentransformation – kurzfristige Einlagen, langfristige Kredite – ist der wichtigste Ertragsbringer deutscher Regionalinstitute und gleichzeitig ihr größtes Risiko. Gerechnet wird periodisch, also in Erträgen je Geschäftsjahr, und barwertig, also als Wertänderung des Zinsbuchs. Beides gehört zusammen, und beides erwartet die Aufsicht: die MaRisk verlangen Verfahren für Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch, die Kapitalquoten folgen der CRR und den Basel-III-Vorgaben.

Der Arbeitsalltag

Der Rhythmus wechselt zwischen Monatsarbeit und Planungsphasen. Monatlich entstehen Auswertungen zu Zinsergebnis, Kapital und Risiko, dazu Simulationen für den Aktiv-Passiv-Ausschuss. Im Herbst folgt die Mehrjahresplanung: Annahmen zu Zinsen, Volumina, Kosten und Risikovorsorge werden mit den Fachbereichen abgestimmt und in eine Planbilanz und Plan-Gewinn- und Verlustrechnung überführt, aus der sich die künftigen Kapitalquoten ergeben.

Ein erheblicher Teil der Arbeit ist Kommunikation. Ergebnisse werden im Vorstand und im Aufsichtsrat vorgetragen, oft mit Menschen, die keine Barwertrechnung lesen, aber Entscheidungen treffen müssen. Wer nicht in drei Sätzen sagen kann, woran ein Ergebnis hängt, verliert an dieser Stelle die Wirkung seiner Arbeit.

Belastend sind zwei Dinge: die Abhängigkeit von Annahmen, die niemand kennen kann, und die Erwartung, Prognosen zu liefern, die später gemessen werden. Dazu die Prüfungen – Verbandsprüfung, Wirtschaftsprüfer, in größeren Häusern die Aufsicht selbst – die Verfahren und Dokumentation im Detail hinterfragen. Vertriebsziele gibt es hier nicht, dafür Berichtstermine, die nicht verschiebbar sind.

Was die Rolle verlangt

Zwei Wege führen hierher: ein quantitativ ausgerichtetes Studium mit anschließendem Direkteinstieg oder Traineeprogramm, oder mehrere Jahre in Risikocontrolling, Meldewesen oder Treasury mit dem Bankbetriebswirt als Grundlage. Fachlich unverzichtbar sind Zinsrechnung und Bewertung, Verständnis der aufsichtlichen Kapitaldefinitionen und ein sicherer Umgang mit den Steuerungswerkzeugen des jeweiligen Verbundes.

Die wichtigste Eigenschaft ist Zurückhaltung gegenüber der eigenen Rechnung. Eine Simulation ist keine Vorhersage, sondern die Folge ihrer Annahmen, und wer das nicht mitkommuniziert, erzeugt eine Sicherheit, die es nicht gibt.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.900 und 4.300 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.600 und 6.000 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken; in Landesbanken und großen Privatbanken sind außertarifliche Verträge verbreitet. Weil die Rolle in kleinen Häusern von einer Person und in großen von einer Abteilung ausgefüllt wird, hängt die Eingruppierung stärker am Institut als an der Berufsbezeichnung.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Leitung der Unternehmenssteuerung, die in vielen Instituten unmittelbar an den Vorstand berichtet und als Vorstufe zu einer Vorstandsposition gilt – dort greifen dann die Eignungs- und Fortbildungspflichten für Geschäftsleiter nach § 25c KWG. Ein zweiter führt in das Treasury, wo dieselben Größen nicht geplant, sondern gehandelt werden. Ein dritter zu Verbänden, Prüfungsstellen oder in die Aufsicht, die genau diese Kompetenz nachfragen.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Denken in Zusammenhängen
  • • Sicherheit in Bewertung und Statistik
  • • Genauigkeit bei Annahmen
  • • Fähigkeit, Ergebnisse knapp darzustellen

Studium & Vorwissen

  • • Bankbetriebslehre und Bankcontrolling
  • • Zinsrechnung und Bewertung
  • • Bankaufsichtsrecht
  • • Statistik

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Unternehmenssteuerung einer Sparkasse
  • Genossenschaftsbank oder Zentralbank
  • Landesbank oder Privatbank
  • Verband oder Verbundunternehmen

Wie es danach weitergeht

  • Spezialisierung auf Zinsbuch oder Kapitalplanung
  • Treasury und Eigenanlagen
  • Leitung Unternehmenssteuerung
  • Wechsel in Aufsicht oder Verbandsprüfung

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Spezialist Gesamtbanksteuerung?

Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Spezialist Gesamtbanksteuerung?

Zum Berufseinstieg rund 4.100 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.600 und 6.000 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Wirtschaftsmathematik, BWL oder Volkswirtschaft (M.Sc.) oder Bankbetriebswirt. Fachlich geht es um Bankbetriebslehre und Bankcontrolling, Zinsrechnung und Bewertung, Bankaufsichtsrecht und Statistik; persönlich zählen vor allem Denken in Zusammenhängen, Sicherheit in Bewertung und Statistik, Genauigkeit bei Annahmen und Fähigkeit, Ergebnisse knapp darzustellen.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Spezialisierung auf Zinsbuch oder Kapitalplanung, Treasury und Eigenanlagen, Leitung Unternehmenssteuerung oder Wechsel in Aufsicht oder Verbandsprüfung. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.600 und 6.000 Euro brutto im Monat.

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