Die Aufgaben
- Bestandskunden betreuen und Neugeschäft ansprechen
- Jahresabschlüsse lesen und Finanzierungsbedarf ableiten
- Kreditanträge mit Votum vorbereiten
- Fördermittel und Konsortialpartner einbinden
- Zahlungsverkehr, Leasing und Absicherung mitverkaufen
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 15.600 € im Jahr
entspricht 46.800 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
4.400–5.600 €
Orientierungswerte. Firmenkundenstellen liegen tariflich höher als die Privatkundenberatung und werden oberhalb der höchsten Tarifgruppe häufig außertariflich vergütet; entscheidend sind Kundengröße, Institutsgröße und Region. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Firmenkundenberater?
Ein Firmenkundenberater betreut Unternehmen – vom Handwerksbetrieb mit acht Beschäftigten bis zum Maschinenbauer mit 300, in größeren Häusern auch Konzerne und Kommunen. Gegenstand sind Betriebsmittellinien, Investitionskredite, Leasing, Zins- und Währungsabsicherung, Zahlungsverkehr, Auslandsgeschäft und in einigen Fällen die Begleitung von Nachfolgeregelungen.
Die Grundlage ist der Jahresabschluss. Wer Firmenkunden betreut, muss eine Bilanz nicht nur lesen, sondern verstehen, was sie über das Geschäftsmodell sagt: woher die Marge kommt, wie lange das Vorratsvermögen bindet, ob die Kapitaldienstfähigkeit auch dann trägt, wenn der größte Abnehmer ausfällt. Das Kundengespräch findet vor diesem Hintergrund statt, und es findet meistens im Betrieb statt, nicht in der Bank.
Der Arbeitsalltag
Ein Teil der Woche geht auf Termine beim Kunden, ein Teil auf die Aufbereitung im Haus. Für jeden Kreditwunsch entsteht eine Vorlage mit Analyse, Rating, Sicherheitenvorschlag und einem Votum aus dem Markt. Danach geht sie in die Marktfolge, die unabhängig davon entscheidet – die MaRisk verlangen diese Trennung, und sie bedeutet, dass ein Berater seinen eigenen Kredit nicht genehmigen kann. Ab bestimmten Größen kommt die Offenlegungspflicht nach § 18 KWG hinzu: ohne aktuelle wirtschaftliche Unterlagen kein Kredit.
Die Belastung liegt weniger im Termindruck als in der Verantwortung. Ein Engagement, das ausfällt, wird im Haus über Jahre erinnert. Dazu kommen Zielvereinbarungen auf Volumen, Marge und Cross-Selling, und der Wettbewerb um gute Adressen ist in jeder Region hart, weil Sparkasse, Volksbank und zwei Großbanken denselben Betrieb kennen.
Was die Rolle verlangt
Der Weg führt selten direkt hierher. Üblich sind die Bankausbildung mit anschließendem Bankbetriebswirt oder ein betriebswirtschaftliches Studium, dazu einige Jahre in der Privatkundenberatung, der Kreditanalyse oder im Gewerbekundengeschäft. Häuser besetzen diese Stellen intern, weil Kreditkompetenz und Ortskenntnis nicht kurzfristig aufzubauen sind.
Fachlich unverzichtbar sind Bilanzanalyse und Sicherheitenrecht. Persönlich zählt, in einem Gespräch mit einem Unternehmer, der seinen Betrieb seit dreißig Jahren führt, sachlich zu widersprechen, ohne den Kunden zu verlieren.
Was man verdient
Firmenkundenstellen sind tariflich hoch eingruppiert; der Einstieg liegt meist zwischen 3.800 und 4.200 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.400 und 5.600 Euro. In Sparkassen gilt der TVöD-Sparkassen, in Privatbanken der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe, in Genossenschaftsbanken das jeweilige Tarifwerk; für die Betreuung großer Adressen sind außertarifliche Verträge mit variablem Anteil verbreitet. Wie hoch dieser Anteil ausfällt, hängt am Institut und ist ohne Blick in den Vertrag nicht zu beziffern.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt in größere Kundensegmente – vom Gewerbe- ins Firmen-, vom Firmen- ins Konzernkundengeschäft. Ein zweiter in die Spezialisierung: Immobilienfinanzierung, erneuerbare Energien, Auslandsgeschäft, strukturierte Finanzierung. Ein dritter in die Leitung eines Teams oder Bereichs. Und der Wechsel in die Marktfolge ist kein Abstieg: wer beide Seiten kennt, ist in Kreditentscheidungen deutlich schneller.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Sicherheit im Umgang mit Bilanzen
- • Auftreten gegenüber Geschäftsführern
- • Verhandlungsfähigkeit bei Konditionen
- • Geduld über lange Entscheidungswege
Studium & Vorwissen
- • Bilanzanalyse
- • Betriebswirtschaftslehre
- • Kreditrecht und Sicherheiten
- • Außenhandel und Zahlungsverkehr
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Firmenkundenabteilung einer Sparkasse
- Genossenschaftliche Firmenkundenbank
- Regionalbereich einer Großbank
- Landesbank oder Spezialinstitut
Wie es danach weitergeht
- Spezialisierung auf Branchen oder Größenklassen
- Wechsel in die Kreditanalyse
- Leitung eines Firmenkundenteams
- Corporate Finance und strukturierte Finanzierung
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Firmenkundenberater?
Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Firmenkundenberater?
Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.400 und 5.600 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird Bankausbildung mit Bankbetriebswirt oder BWL-Studium. Fachlich geht es um Bilanzanalyse, Betriebswirtschaftslehre, Kreditrecht und Sicherheiten und Außenhandel und Zahlungsverkehr; persönlich zählen vor allem Sicherheit im Umgang mit Bilanzen, Auftreten gegenüber Geschäftsführern, Verhandlungsfähigkeit bei Konditionen und Geduld über lange Entscheidungswege.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Spezialisierung auf Branchen oder Größenklassen, Wechsel in die Kreditanalyse, Leitung eines Firmenkundenteams oder Corporate Finance und strukturierte Finanzierung. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.400 und 5.600 Euro brutto im Monat.