IT, Zahlungsverkehr & Betrieb

IT-Spezialist Kernbanksystem

Betreut die Verfahren, auf denen das ganze Institut läuft – Releases, Schnittstellen, Berechtigungen und Störungen, in einem streng regulierten IT-Umfeld.

Weg in die Rolle
36 Monate (3 Jahre)
Ausbildung
1.450 €
Berufseinstieg
4.000 €
Studium
Wirtschaftsinformatik oder Informatik (B.Sc.) oder Bankausbildung mit IT-Weiterbildung

Die Aufgaben

  • Releases und Updates planen, testen, einführen
  • Schnittstellen und Datenlieferungen betreuen
  • Berechtigungen und Rollen verwalten
  • Störungen analysieren und beheben
  • Fachbereiche bei Anforderungen begleiten

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.450 € / Monat

entspricht 17.400 € im Jahr

Berufseinstieg 4.000 € / Monat

entspricht 48.000 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.500–5.800 €

Orientierungswerte. IT-Stellen in Instituten sind tariflich eingruppiert, bei Rechenzentralen und großen Häusern häufig außertariflich; die Vergütung liegt wegen des Wettbewerbs mit der IT-Branche oft am oberen Rand des Tarifgefüges. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein IT-Spezialist für Kernbanksysteme?

Das Kernbanksystem ist das Verfahren, in dem Konten, Kredite, Wertpapiere und Kunden geführt werden. In der Sparkassenorganisation ist das überwiegend OSPlus der Finanz Informatik, in der genossenschaftlichen Gruppe agree21 von Atruvia, Privatbanken betreiben eigene oder eingekaufte Systeme. Nur wenige Institute entwickeln selbst; die meisten betreiben, konfigurieren und verbinden – und genau darin liegt diese Rolle.

Die Aufgaben reichen von Releaseeinführungen über Schnittstellen zu Meldewesen, Rechnungswesen und Vertriebssystemen bis zur Verwaltung von Rollen und Berechtigungen. Dazu kommt die Betreuung der Fachbereiche: Wer im Kredit eine Auswertung braucht oder im Zahlungsverkehr eine Prüfregel geändert haben will, kommt hierher.

Der Rahmen ist reguliert. Die BaFin hat mit den bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT Vorgaben für IT-Strategie, Berechtigungsmanagement, Änderungswesen und Notfallkonzepte gesetzt; auf europäischer Ebene ergänzt die Verordnung über die digitale operationale Resilienz die Anforderungen an Sicherheit, Tests und Dienstleistersteuerung. Auslagerungen an Rechenzentralen sind zusätzlich nach § 25b KWG zu steuern und zu überwachen.

Der Arbeitsalltag

Der Alltag besteht aus geplanter Arbeit und Unterbrechungen. Geplant sind Releases mit Testphasen, Abstimmungen und Einführungsterminen, meist am Wochenende oder abends, damit der Betrieb nicht steht. Ungeplant sind Störungen: ein Batchlauf, der nachts abgebrochen ist, eine Schnittstelle ohne Daten, eine Berechtigung, die nach einem Update fehlt.

Nachtverarbeitung prägt den Rhythmus. Viele Verfahren rechnen zwischen Geschäftsschluss und Öffnung, und wenn dort etwas hängt, muss es vor dem Start der Filialen behoben sein. Schichtdienst ist dennoch unüblich; verbreitet sind Rufbereitschaft und Wochenendeinsätze bei Releases, die vergütet oder in Freizeit ausgeglichen werden.

Belastend ist die Abhängigkeit von externen Dienstleistern. Wer ein Kernbanksystem betreibt, das ein Verbundunternehmen entwickelt, kann viele Fehler nur meldend begleiten und muss sie im Haus trotzdem vertreten. Dazu die Dokumentationslast: Änderungen sind nachvollziehbar zu belegen, weil Revision und Aufsicht sie prüfen.

Was die Rolle verlangt

Drei Wege sind üblich: ein duales Studium in Wirtschaftsinformatik, der Direkteinstieg nach einem Informatikstudium oder die Bankausbildung mit IT-Weiterbildung. Der Weg über die Bankausbildung ist in dieser Rolle nicht der schwächere – wer weiß, was im Kredit passiert, findet die Ursache eines Datenfehlers schneller als jemand, der nur die Datenbank kennt.

Fachlich braucht es Datenbank- und Schnittstellenkenntnisse, ein sauberes Verständnis von Berechtigungskonzepten und Sorgfalt im Änderungswesen. Und Gelassenheit: an einem Störungstag ruft das halbe Haus an.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.800 und 4.200 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.500 und 5.800 Euro. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder das genossenschaftliche Tarifwerk; weil Institute mit der IT-Branche um dieselben Bewerber konkurrieren, wird in oberen Tarifgruppen eingruppiert und bei Spezialisten außertariflich vergütet. Rechenzentralen und Verbundunternehmen zahlen dabei tendenziell mehr als eine kleine Regionalbank.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Spezialisierung auf ein Verfahren oder Modul und damit zur gesuchten Fachperson im Verbund. Ein zweiter in IT-Sicherheit, Notfallmanagement oder Auslagerungscontrolling – Themen, die durch die Aufsicht dauerhaft Auftrieb haben. Ein dritter in die IT-Revision. Und Projektleitung ist der übliche Aufstieg für alle, die bei Releaseeinführungen gezeigt haben, dass sie Termine halten.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Analytisches Vorgehen bei Fehlern
  • • Verständnis für Fachprozesse
  • • Genauigkeit bei Berechtigungen
  • • Gelassenheit bei Störungen

Studium & Vorwissen

  • • Wirtschaftsinformatik
  • • Datenbanken und Schnittstellen
  • • Bankbetriebslehre
  • • IT-Sicherheit und Aufsichtsrecht

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • IT einer Sparkasse
  • Betriebszentrale einer Genossenschaftsbank
  • Rechenzentrale des Verbundes
  • Privatbank oder Direktbank

Wie es danach weitergeht

  • Spezialisierung auf ein Verfahren oder Modul
  • IT-Sicherheit und Notfallmanagement
  • Auslagerungscontrolling
  • IT-Revision oder Projektleitung

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum IT-Spezialist Kernbanksystem?

Üblich sind 36 Monate (3 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als IT-Spezialist Kernbanksystem?

Zum Berufseinstieg rund 4.000 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.500 und 5.800 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Wirtschaftsinformatik oder Informatik (B.Sc.) oder Bankausbildung mit IT-Weiterbildung. Fachlich geht es um Wirtschaftsinformatik, Datenbanken und Schnittstellen, Bankbetriebslehre und IT-Sicherheit und Aufsichtsrecht; persönlich zählen vor allem Analytisches Vorgehen bei Fehlern, Verständnis für Fachprozesse, Genauigkeit bei Berechtigungen und Gelassenheit bei Störungen.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Spezialisierung auf ein Verfahren oder Modul, IT-Sicherheit und Notfallmanagement, Auslagerungscontrolling oder IT-Revision oder Projektleitung. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.500 und 5.800 Euro brutto im Monat.

Ähnliche Rollen