Die Aufgaben
- Nachhaltigkeitsrisiken in die Steuerung einordnen
- Daten für die Berichterstattung zusammenführen
- Nachhaltigkeitsbericht und Offenlegung erstellen
- Fachbereiche zu Produkten und Beratung begleiten
- Eigenen Betrieb und Beschaffung einbeziehen
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 16.800 € im Jahr
entspricht 46.800 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
4.300–5.500 €
Orientierungswerte. Die Funktion ist tariflich eingruppiert, in großen Häusern außertariflich; weil der Zuschnitt zwischen Berichtswesen, Risiko und Vertrieb stark schwankt, ist die Spanne breit. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Nachhaltigkeitsbeauftragter in einer Bank?
Diese Rolle gehört keinem der klassischen Bankbereiche, weil sie in alle hineinreicht. Sie ordnet Nachhaltigkeitsrisiken in das Risikomanagement ein, liefert die Grundlagen für die Berichterstattung, begleitet Produkt- und Beratungsfragen und kümmert sich um den eigenen Betrieb – Energie, Fuhrpark, Beschaffung. In vielen Instituten ist sie im Vorstandsstab angesiedelt, in anderen im Risikocontrolling oder im Rechnungswesen.
Die aufsichtliche Seite ist inzwischen konkret. Die BaFin hat mit einem Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken früh Erwartungen formuliert; die MaRisk verlangen die Berücksichtigung dieser Risiken in Strategie, Risikoinventur und Kreditprozessen. Sie sind dabei keine eigene Risikoart, sondern wirken über die bekannten Kanäle: als Adressenrisiko, wenn ein Geschäftsmodell durch Regulierung unter Druck kommt, als Sicherheitenrisiko, wenn ein Objekt schlecht gedämmt oder hochwassergefährdet ist, als operationelles Risiko bei Extremwetter. Auf der Offenlegungsseite verlangt die Kapitaladäquanzverordnung Angaben zu ESG-Risiken, und die europäischen Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sind mehrfach angepasst worden; welches Institut in welchem Umfang berichtet, hängt an Größenklasse und Umsetzungsstand und ist im Einzelfall zu klären.
Der Arbeitsalltag
Der größte Teil der Arbeit ist Datenarbeit über Bereichsgrenzen. Für einen Bericht braucht es Angaben aus Kredit, Eigenanlagen, Personal, Gebäudemanagement und Einkauf, in Formaten, in denen sie niemand führt. Energieausweise für finanzierte Immobilien, Branchenschlüssel für Kreditnehmer, Emissionsdaten für Beteiligungen – vieles davon muss erst erhoben werden, und die Qualität ist ehrlicherweise oft schwach.
Dazu kommen Beratung und Abstimmung: Produktfragen, Formulierungen in Werbeaussagen, Schulungen für Berater, weil in der Anlageberatung Nachhaltigkeitspräferenzen abzufragen und in der Geeignetheitsprüfung zu berücksichtigen sind. Und es kommt die Vorsicht gegenüber zu großen Worten: Aussagen über Nachhaltigkeit sind rechtlich angreifbar, wenn sie nicht belegt sind.
Belastend sind die Erwartungen aus zwei Richtungen. Nach außen wird Haltung erwartet, nach innen Belastbarkeit der Zahlen, und zwischen beidem liegt eine Datenlage, die vieles nicht hergibt. Wer diese Rolle ausfüllt, muss Ansprüche dämpfen, ohne das Thema kleinzureden.
Was die Rolle verlangt
Üblich sind ein betriebswirtschaftliches, umweltwissenschaftliches oder wirtschaftsrechtliches Studium im Direkteinstieg, ebenso der Weg aus dem Haus – aus Risikocontrolling, Rechnungswesen, Kommunikation – mit entsprechender Weiterbildung. Fachlich braucht es Kenntnis der Berichtsstandards und genug Bankfachlichkeit, um Kreditprozesse und Bilanzzahlen zu verstehen.
Persönlich zählt Beharrlichkeit ohne Sendungsbewusstsein. Diese Funktion hat selten Weisungsbefugnis und muss Fachbereiche gewinnen, die Nachhaltigkeitsdaten zunächst als Zusatzarbeit erleben.
Was man verdient
Der Einstieg liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.300 und 5.500 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Weil die Stelle in kleinen Häusern eine Teilaufgabe und in großen eine eigene Abteilung ist, sind Vergleiche zwischen Instituten wenig aussagekräftig.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt in die Spezialisierung auf Berichterstattung, die fachlich in Richtung Rechnungswesen und Meldewesen zieht. Ein zweiter in die Bewertung von Klima- und Übergangsrisiken im Risikocontrolling. Ein dritter in Produktentwicklung und Vertrieb. Und weil Verbände, Verbundunternehmen und Aufsicht dieselben Fragen bearbeiten, sind Wechsel dorthin verbreitet.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Verständnis für Zahlen und Regelwerke
- • Beharrlichkeit über Bereichsgrenzen
- • Nüchternheit gegenüber Ansprüchen
- • Sorgfalt bei Belegen
Studium & Vorwissen
- • Nachhaltigkeitsberichterstattung
- • Bankaufsichtsrecht
- • Risikomanagement
- • Volkswirtschaft und Klimafolgen
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Stab einer Sparkasse
- Genossenschaftsbank oder Zentralbank
- Privatbank oder Landesbank
- Verband oder Verbundunternehmen
Wie es danach weitergeht
- Spezialisierung auf Berichterstattung oder Klimarisiken
- Risikocontrolling
- Produkt- und Vertriebsthemen
- Leitung Nachhaltigkeit
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Nachhaltigkeitsbeauftragter?
Üblich sind 48 Monate (4 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Nachhaltigkeitsbeauftragter?
Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.300 und 5.500 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird BWL, Umweltwissenschaften oder Wirtschaftsrecht (B.Sc./M.Sc.). Fachlich geht es um Nachhaltigkeitsberichterstattung, Bankaufsichtsrecht, Risikomanagement und Volkswirtschaft und Klimafolgen; persönlich zählen vor allem Verständnis für Zahlen und Regelwerke, Beharrlichkeit über Bereichsgrenzen, Nüchternheit gegenüber Ansprüchen und Sorgfalt bei Belegen.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Spezialisierung auf Berichterstattung oder Klimarisiken, Risikocontrolling, Produkt- und Vertriebsthemen oder Leitung Nachhaltigkeit. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.300 und 5.500 Euro brutto im Monat.