Die Aufgaben
- Auslagerungen erfassen und Wesentlichkeit bewerten
- Risikoanalysen vor Vertragsschluss durchführen
- Verträge und Kontrollrechte prüfen
- Leistung der Dienstleister überwachen
- Register führen und Anzeigen vorbereiten
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 16.800 € im Jahr
entspricht 46.800 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
4.300–5.400 €
Orientierungswerte. Die Funktion ist tariflich eingruppiert, in großen Häusern außertariflich; in kleineren Instituten ist sie Teil der Organisation oder des Compliance-Bereichs, was die Eingruppierung bestimmt. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Auslagerungsmanager?
Kaum ein deutsches Kreditinstitut betreibt seine Systeme noch selbst. Kernbanksystem, Rechenzentrum, Zahlungsverkehrsverarbeitung, Kartengeschäft, Archivierung, teils Wertpapierabwicklung und Kreditbearbeitung liegen bei Dienstleistern – bei Rechenzentralen des eigenen Verbundes, bei Servicegesellschaften, bei Softwarehäusern. Die Verantwortung bleibt trotzdem im Haus, und diese Rolle organisiert sie.
Der rechtliche Ausgangspunkt ist § 25b KWG: Auslagerungen dürfen die Ordnungsmäßigkeit der Geschäfte nicht beeinträchtigen, und die Geschäftsleitung bleibt verantwortlich. Die MaRisk konkretisieren das mit Anforderungen an Risikoanalyse, Vertragsgestaltung, Steuerung und Beendigung; für Institute gelten zusätzlich europäische Vorgaben zur digitalen operationalen Resilienz, die ein Informationsregister über vertragliche Vereinbarungen zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnik verlangen und Anforderungen an Verträge mit solchen Dienstleistern stellen. Wesentliche Auslagerungen sind der Aufsicht anzuzeigen.
Praktisch beginnt die Arbeit vor dem Vertrag: eine Risikoanalyse, die klärt, was ausgelagert wird, wie kritisch es ist, welche Risiken entstehen und wie sie beherrscht werden. Danach folgt der Vertrag mit Weisungs-, Informations- und Prüfungsrechten, mit Regelungen zur Weiterverlagerung und mit einer Ausstiegsmöglichkeit, die praktisch durchführbar sein muss.
Der Arbeitsalltag
Der Alltag besteht aus Registerpflege, Bewertungen und Nachweisen. Für jeden wesentlichen Dienstleister sind Leistungskennzahlen, Prüfberichte, Zertifikate und Vorfallmeldungen einzuholen und zu bewerten; wo etwas fehlt, muss nachgefordert werden – regelmäßig gegen Dienstleister, die viele Institute gleichzeitig bedienen und wenig Anlass sehen, für eines davon Zusätzliches zu tun.
Dazu kommen Projekte: neue Vorhaben brauchen eine Bewertung, bevor sie starten, und Fachbereiche merken oft erst spät, dass ihr Vorhaben eine Auslagerung ist. Ein Teil der Rolle besteht darin, das früh zu erkennen.
Belastend ist die Dokumentationslast und die Position zwischen allen Beteiligten: Der Fachbereich will das Werkzeug, der Dienstleister will den Standardvertrag, die Revision will Nachweise, die Aufsicht will das Register. Vertriebsziele gibt es nicht, dafür Prüfungen, in denen Auslagerungen seit Jahren einer der Schwerpunkte sind.
Was die Rolle verlangt
Üblich sind ein Studium in BWL, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsrecht mit anschließendem Direkteinstieg, ebenso der Weg über die Bankausbildung mit Erfahrung in Organisation, IT oder Revision. Fachlich braucht es Aufsichtsrecht, Vertragsverständnis und genug IT-Kenntnis, um die Leistung eines Dienstleisters beurteilen zu können.
Persönlich zählt Beharrlichkeit ohne Streitlust: Wer Nachweise einfordert, arbeitet gegen Trägheit, nicht gegen böse Absicht, und erreicht mit Klarheit mehr als mit Eskalation.
Was man verdient
Der Einstieg liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.300 und 5.400 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Wie hoch eingruppiert wird, hängt daran, ob die Funktion eigenständig oder als Teilaufgabe geführt wird; in kleinen Häusern ist Letzteres die Regel.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt in die Spezialisierung auf IT-Dienstleister und Cloud-Nutzung, deren Anforderungen europäisch zunehmen. Ein zweiter in Informationssicherheit oder Notfallmanagement. Ein dritter in die Interne Revision, die Auslagerungen prüft, oder in die Organisation, wo die Prozesse gestaltet werden. Und weil die Anforderungen für alle Institute gleich sind, fragen Verbände, Verbundunternehmen und Beratungshäuser dieses Profil nach.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Systematik bei vielen Verträgen
- • Genauigkeit bei Nachweisen
- • Verhandlungsgeschick gegenüber Dienstleistern
- • Beharrlichkeit bei Nachforderungen
Studium & Vorwissen
- • Bankaufsichtsrecht
- • Vertragsrecht
- • IT-Grundlagen
- • Prozess- und Risikomanagement
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Organisation einer Sparkasse
- Auslagerungscontrolling einer Genossenschaftsbank
- Privatbank oder Landesbank
- Verbundunternehmen oder Rechenzentrale
Wie es danach weitergeht
- Spezialisierung auf IT-Dienstleister und Cloud
- Notfall- und Ausstiegskonzepte
- Compliance oder Informationssicherheit
- Leitung Organisation
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Auslagerungsmanager?
Üblich sind 48 Monate (4 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Auslagerungsmanager?
Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird BWL, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsrecht (B.Sc.), mit Bankpraxis. Fachlich geht es um Bankaufsichtsrecht, Vertragsrecht, IT-Grundlagen und Prozess- und Risikomanagement; persönlich zählen vor allem Systematik bei vielen Verträgen, Genauigkeit bei Nachweisen, Verhandlungsgeschick gegenüber Dienstleistern und Beharrlichkeit bei Nachforderungen.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Spezialisierung auf IT-Dienstleister und Cloud, Notfall- und Ausstiegskonzepte, Compliance oder Informationssicherheit oder Leitung Organisation. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro brutto im Monat.