Die Aufgaben
- Haushaltsrechnung und Eigenmittel prüfen
- Finanzierungsvorschläge mit Zins- und Tilgungsvarianten rechnen
- Fördermittel und Bausparverträge einbinden
- Objektunterlagen zusammenstellen und Bewertung anstoßen
- Auszahlungen nach Baufortschritt begleiten
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 15.000 € im Jahr
entspricht 42.000 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
3.900–4.900 €
Orientierungswerte für angestellte Berater in Kreditinstituten. Grundlage ist der jeweilige Tarifvertrag; variable Anteile am Finanzierungsvolumen sind verbreitet und je Haus unterschiedlich geregelt. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Baufinanzierungsberater?
Ein Baufinanzierungsberater strukturiert die größte Verbindlichkeit, die die meisten Menschen in ihrem Leben eingehen. Gegenstand sind Kauf, Neubau, Modernisierung und Anschlussfinanzierung: Zinsbindung, Tilgungssatz, Sondertilgungsrechte, Bereitstellungszinsen, Fördermittel der KfW oder der Landesförderinstitute, oft kombiniert mit einem Bausparvertrag oder einem Darlehen aus dem Verbund.
Der fachliche Kern ist eine Rechnung mit zwei Seiten. Auf der einen die Kapitaldienstfähigkeit des Haushalts – Einkommen abzüglich realistischer Lebenshaltung, nicht abzüglich der Zahl, die der Kunde nennt. Auf der anderen das Objekt und sein Wert als Sicherheit, mit dem Beleihungsauslauf als entscheidender Größe für die Kondition. Beides muss zusammenpassen, und die Aufgabe des Beraters besteht auch darin, es auszusprechen, wenn es das nicht tut.
Der Arbeitsalltag
Der Alltag ist Aktenarbeit mit Terminen dazwischen. Für eine Finanzierung braucht es Einkommensnachweise, Kaufvertragsentwurf, Grundbuchauszug, Teilungserklärung, Baubeschreibung, Fotos, Flurkarte; jedes fehlende Papier hält den Vorgang auf, und der Notartermin steht meistens schon. Die Bewertung des Objekts erledigt der Berater nicht selbst – bei größeren Volumen macht das ein Gutachter, und die Wertermittlung ist von der Kreditentscheidung getrennt.
Zeitdruck ist die prägende Belastung. Käufer treten in Bieterverfahren an und brauchen Finanzierungsbestätigungen in Tagen, während im Hintergrund Vergleichsplattformen die Kondition auf die zweite Stelle hinter dem Komma bekannt machen. Dazu Zielvorgaben auf das vermittelte Volumen, die in einem Zinsanstieg schwer zu erreichen sind, weil der Markt nicht mitspielt und die Vorgabe trotzdem steht.
Was die Rolle verlangt
Üblich ist die Bankausbildung mit mehreren Jahren Praxis und einer Spezialisierung, oft über interne Programme oder eine Zertifizierung. Für die Beratung von Immobiliar-Verbraucherdarlehen müssen Institute nach § 18a KWG sicherstellen, dass ihre Mitarbeiter über die erforderliche Sachkunde verfügen; freie Vermittler außerhalb von Instituten brauchen dafür die Erlaubnis nach § 34i GewO.
Verlangt wird außerdem Genauigkeit im Zahlenwerk über dreißig Jahre Laufzeit und die Fähigkeit, Zinsänderungsrisiken so zu erklären, dass sie verstanden werden. Ein Kunde, der die Anschlussfinanzierung nicht bedacht hat, hat sie nicht bedacht, weil niemand mit ihm darüber gesprochen hat.
Was man verdient
Der Einstieg in eine spezialisierte Beraterstelle liegt tariflich meist zwischen 3.300 und 3.700 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 3.900 und 4.900 Euro. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder das genossenschaftliche Tarifwerk. In dieser Rolle sind volumenabhängige variable Anteile häufiger als in der allgemeinen Privatkundenberatung; ihre Höhe ist Sache des Hauses und schwankt mit dem Marktumfeld erheblich.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt zu größeren Vorhaben: Kapitalanleger, Mehrfamilienhäuser, Bauträger – und damit in die gewerbliche Immobilienfinanzierung, in der die Bilanz wichtiger wird als die Lohnabrechnung. Ein zweiter in die Bewertung, mit der Zertifizierung nach HypZert als Ziel. Ein dritter in die Marktfolge, wo dieselben Anträge von der anderen Seite gelesen werden.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Rechenfestigkeit über lange Laufzeiten
- • Geduld mit Unterlagen
- • Klarheit beim Aussprechen von Grenzen
- • Verlässlichkeit unter Terminzwang
Studium & Vorwissen
- • Immobilienfinanzierung
- • Verbraucherkreditrecht
- • Grundbuch- und Sicherheitenrecht
- • Bau- und Objektkunde
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Baufinanzierungscenter einer Sparkasse
- Volksbank mit Immobilientochter
- Privatbank oder Hypothekenspezialist
- Vertriebseinheit einer Direktbank
Wie es danach weitergeht
- Zertifizierung im Bereich Immobilienfinanzierung
- Spezialisierung auf Kapitalanleger und Bauträger
- Wechsel in die gewerbliche Immobilienfinanzierung
- Immobilienbewertung
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Baufinanzierungsberater?
Üblich sind 48 Monate (4 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Baufinanzierungsberater?
Zum Berufseinstieg rund 3.500 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 3.900 und 4.900 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird Bankausbildung mit Spezialisierung, Sachkunde nach § 18a KWG. Fachlich geht es um Immobilienfinanzierung, Verbraucherkreditrecht, Grundbuch- und Sicherheitenrecht und Bau- und Objektkunde; persönlich zählen vor allem Rechenfestigkeit über lange Laufzeiten, Geduld mit Unterlagen, Klarheit beim Aussprechen von Grenzen und Verlässlichkeit unter Terminzwang.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Zertifizierung im Bereich Immobilienfinanzierung, Spezialisierung auf Kapitalanleger und Bauträger, Wechsel in die gewerbliche Immobilienfinanzierung oder Immobilienbewertung. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 3.900 und 4.900 Euro brutto im Monat.