Finanzen & Rechnungswesen

Bilanzbuchhalter Bank

Führt das Rechnungswesen des Instituts und erstellt den Jahresabschluss nach HGB und RechKredV – die Bank in Zahlen über sich selbst.

Weg in die Rolle
48 Monate (4 Jahre)
Ausbildung
1.300 €
Berufseinstieg
3.600 €
Studium
Bankausbildung mit Bilanzbuchhalter (IHK) oder BWL-Studium

Die Aufgaben

  • Laufende Buchhaltung und Abstimmung der Konten
  • Abgrenzungen, Rückstellungen und Bewertungen buchen
  • Jahresabschluss nach HGB und RechKredV aufstellen
  • Steuererklärungen vorbereiten und begleiten
  • Wirtschaftsprüfer und Verbandsprüfung betreuen

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.300 € / Monat

entspricht 15.600 € im Jahr

Berufseinstieg 3.600 € / Monat

entspricht 43.200 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.000–5.000 €

Orientierungswerte. Die Eingruppierung folgt dem jeweiligen Tarifvertrag und dem Aufgabenzuschnitt; die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter wird in vielen Häusern mit einer höheren Tarifgruppe honoriert. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Bilanzbuchhalter in einer Bank?

Das Rechnungswesen eines Kreditinstituts folgt eigenen Regeln. Neben dem Handelsgesetzbuch gilt die Verordnung über die Rechnungslegung der Kreditinstitute, die RechKredV, mit eigenen Formblättern für Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung: Forderungen an Kreditinstitute und Kunden, Schuldverschreibungen, Verbindlichkeiten, Zinsergebnis, Provisionsergebnis, Bewertungsergebnis. Wer aus der Industriebuchhaltung kommt, muss diese Systematik neu lernen.

Die Aufgabe umfasst die laufende Buchhaltung, die Abstimmung der Konten, die periodengerechte Abgrenzung von Zinsen, Rückstellungen, die Bewertung von Wertpapieren und Kreditrisiken sowie die Aufstellung des Jahresabschlusses mit Anhang und Lagebericht. Konzerne und größere Häuser erstellen zusätzlich einen Abschluss nach IFRS, in dem insbesondere die Risikovorsorge nach IFRS 9 anderen Regeln folgt als die handelsrechtliche.

Der Arbeitsalltag

Das Jahr hat eine deutliche Kurve. Von Januar bis in das Frühjahr läuft der Abschluss: Bewertungen, Abstimmungen, Anhangangaben, Vorlagen für den Vorstand, dann die Prüfung. Sparkassen und Genossenschaftsbanken werden von der Prüfungsstelle ihres Verbandes geprüft, Privatbanken von Wirtschaftsprüfungsgesellschaften; in dieser Zeit ist das Rechnungswesen Auskunftsstelle für alles.

Danach beruhigt sich der Rhythmus zu Monats- und Quartalsarbeiten mit einer festen Reihenfolge. Das Meldewesen ist ein täglicher Nachbar: es zieht Zahlen aus derselben Buchhaltung, und Abweichungen zwischen Meldung und Abschluss müssen erklärbar sein.

Belastend ist die Abschlussphase mit ihren Überstunden, ehrlicherweise aber auch der Umstand, dass gute Arbeit hier unsichtbar bleibt. Bemerkt wird das Rechnungswesen, wenn etwas nicht stimmt. Wer Anerkennung im Kundenkontakt sucht, ist hier am falschen Platz; wer geordnete Verhältnisse mag, findet einen Bereich ohne Vertriebsziele und mit gut planbaren Arbeitszeiten.

Was die Rolle verlangt

Der klassische Weg führt über die Bankausbildung und die Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter vor der Industrie- und Handelskammer, ein zweiter über ein betriebswirtschaftliches Studium mit Schwerpunkt Rechnungswesen und Steuern. Unverzichtbar sind Bilanzsicherheit und die Fähigkeit, eine Bewertungsentscheidung zu begründen – gegenüber dem Vorstand und gegenüber dem Prüfer, der genau danach fragt.

Dazu Sorgfalt in einer Größenordnung, die dem Fach eigen ist. Ein nicht abgestimmtes Konto ist kein kleiner Rest, sondern ein offener Punkt, der im Prüfungsbericht erscheint.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.400 und 3.800 Euro brutto im Monat, mit der Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter und Erfahrung zwischen 4.000 und 5.000 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Die Leitung des Rechnungswesens liegt darüber und ist in größeren Instituten außertariflich; welche Tarifgruppe für eine Sachbearbeitungsstelle gilt, entscheidet der Zuschnitt im jeweiligen Haus.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Spezialisierung auf IFRS oder Steuern und damit in Konzernrechnungswesen oder Steuerabteilung. Ein zweiter in das Meldewesen und die Gesamtbanksteuerung, die auf denselben Zahlen aufbauen. Ein dritter in die Interne Revision oder zur Verbandsprüfungsstelle, wo Abschlusskenntnis die Eintrittskarte ist. Und wer im Bereich bleibt, übernimmt Gruppen- oder Abteilungsleitung – das Rechnungswesen ist ein Bereich, in dem Erfahrung tatsächlich zählt.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Genauigkeit und Geduld
  • • Systematik bei Abstimmungen
  • • Verständnis für Bewertungsfragen
  • • Belastbarkeit in der Abschlussphase

Studium & Vorwissen

  • • Rechnungswesen und Bilanzierung
  • • Bankaufsichtsrecht
  • • Steuerrecht
  • • Bankbetriebslehre

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Rechnungswesen einer Sparkasse
  • Genossenschaftsbank oder Verbundunternehmen
  • Privatbank oder Landesbank
  • Bausparkasse oder Leasinggesellschaft

Wie es danach weitergeht

  • Bilanzbuchhalter und Bilanzbuchhalter international
  • Spezialisierung auf IFRS
  • Steuern und Konzernrechnungswesen
  • Leitung Rechnungswesen

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Bilanzbuchhalter Bank?

Üblich sind 48 Monate (4 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Bilanzbuchhalter Bank?

Zum Berufseinstieg rund 3.600 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.000 und 5.000 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Bankausbildung mit Bilanzbuchhalter (IHK) oder BWL-Studium. Fachlich geht es um Rechnungswesen und Bilanzierung, Bankaufsichtsrecht, Steuerrecht und Bankbetriebslehre; persönlich zählen vor allem Genauigkeit und Geduld, Systematik bei Abstimmungen, Verständnis für Bewertungsfragen und Belastbarkeit in der Abschlussphase.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Bilanzbuchhalter und Bilanzbuchhalter international, Spezialisierung auf IFRS, Steuern und Konzernrechnungswesen oder Leitung Rechnungswesen. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.000 und 5.000 Euro brutto im Monat.

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