Privatkunden

Filialleiter

Führt eine Geschäftsstelle mit eigenem Kundenbestand, Personalverantwortung und Vertriebszielen – häufig in einem Netz, das kleiner wird statt größer.

Weg in die Rolle
60 Monate (5 Jahre)
Ausbildung
1.400 €
Berufseinstieg
4.200 €
Studium
Bankausbildung mit Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt

Die Aufgaben

  • Team führen, einarbeiten und beurteilen
  • Vertriebsziele auf die Geschäftsstelle herunterbrechen
  • Eigenen Kundenbestand weiter betreuen
  • Kreditkompetenz im Rahmen der Vollmacht ausüben
  • Beschwerden und Sonderfälle entscheiden

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Berufseinstieg 4.200 € / Monat

entspricht 50.400 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.600–5.800 €

Orientierungswerte. Die Eingruppierung richtet sich nach Größe der Geschäftsstelle, Zahl der geführten Mitarbeiter und Institutsgröße; zwischen einer Zweigstelle mit drei und einem Hauptstandort mit fünfzehn Beschäftigten liegen mehrere Tarifgruppen. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Filialleiter?

Ein Filialleiter führt eine Geschäftsstelle: er ist Vorgesetzter von drei bis fünfzehn Beschäftigten, verantwortet die Vertriebsergebnisse des Standorts und betreut daneben in der Regel weiter eigene Kunden, meist die anspruchsvolleren. Die Rolle ist damit keine reine Führungsposition, sondern eine Doppelrolle, und wer sie übernimmt, muss beide Hälften bedienen.

Zur Verantwortung gehören Dienstpläne, Urlaubsvertretung, Einarbeitung neuer Kolleginnen, Beurteilungsgespräche, Beschwerden, die vom Berater nicht gelöst wurden, und Entscheidungen im Rahmen der eigenen Kreditkompetenz – meist Konsumentenkredite und Überziehungen bis zu einer festgelegten Grenze. Sicherheitsthemen kommen hinzu: Kassenbestände, Schlüssel, Verhalten bei Überfällen und Betrugsversuchen.

Der Arbeitsalltag

Der Tag beginnt oft mit einer kurzen Runde im Team und endet mit dem Blick in die Vertriebsauswertung. Zwischen beidem liegen eigene Kundentermine, Rückfragen der Kollegen, ein Gespräch über eine Kündigung, die Abstimmung mit dem Regionalleiter. Es ist eine Rolle mit vielen Unterbrechungen; konzentrierte Arbeit muss man sich einteilen.

Die härtesten Themen sind strukturelle. Geschäftsstellennetze werden seit Jahren verkleinert, Standorte zusammengelegt, Öffnungszeiten gekürzt. Ein Filialleiter erfährt solche Entscheidungen früh und muss sie seinem Team erklären, obwohl er sie nicht getroffen hat – häufig verbunden mit der Frage, wer künftig wo arbeitet. Dazu die Zielvereinbarung des Standorts: sie wird vom Haus vorgegeben, nicht verhandelt, und ihre Erreichung ist nach oben zu vertreten und nach unten zu verteilen. Schichtdienst gibt es nicht, dafür Abendveranstaltungen, Vertretungen bei Krankheit und die Pflicht, präsent zu sein.

Was die Rolle verlangt

Der Weg führt über die Beratung. Üblich sind mehrere Jahre als Privatkundenberater, der Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt und die Teilnahme an einem internen Führungsprogramm. Ein Studium ersetzt die Vertriebserfahrung in dieser Rolle nicht: wer Ziele verteilt, ohne sie selbst erreicht zu haben, hat es im Team schwer.

Anzumerken ist eine Grenze, die häufig verwechselt wird: die besonderen Eignungs- und Fortbildungspflichten für Geschäftsleiter nach § 25c KWG greifen auf Vorstandsebene, nicht bei der Leitung einer Geschäftsstelle. Verantwortung trägt ein Filialleiter dennoch, sie ist arbeitsvertraglich und über Vollmachten geregelt.

Was man verdient

Der Einstieg in die Leitung einer kleineren Geschäftsstelle liegt tariflich meist zwischen 4.000 und 4.400 Euro brutto im Monat, bei größeren Standorten und mit Erfahrung zwischen 4.600 und 5.800 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Sparkassen zahlen nach dem TVöD-Sparkassen, Genossenschaftsbanken nach dem Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken, Privatbanken nach dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe. Welche Tarifgruppe gilt, hängt an der Größe der geführten Einheit und ist im jeweiligen Haus geregelt; eine allgemeine Zahl gibt es nicht.

Wie es weitergeht

Nach oben führt der Weg zur Leitung eines größeren Standorts, einer Region oder mehrerer Geschäftsstellen, danach in die Bereichsleitung Privatkunden. Ein zweiter Weg führt in die Zentrale: Vertriebssteuerung, Personalentwicklung, Produktmanagement – Bereiche, die von Menschen mit Filialerfahrung profitieren. Und weil Netze schrumpfen, ist der Wechsel in die Zentrale häufig nicht nur eine Option, sondern die realistische Fortsetzung der Laufbahn.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Führung ohne Lautstärke
  • • Fähigkeit, unangenehme Zahlen zu vertreten
  • • Organisationstalent
  • • Präsenz vor Ort

Studium & Vorwissen

  • • Bankbetriebslehre
  • • Vertriebssteuerung
  • • Arbeits- und Führungsrecht
  • • Kreditgeschäft

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Geschäftsstelle einer Sparkasse
  • Filiale einer Volksbank
  • Standort einer Privatbank
  • Beratungscenter mit mehreren Teams

Wie es danach weitergeht

  • Leitung eines größeren Standorts oder einer Region
  • Bereichsleitung Privatkunden
  • Wechsel in Vertriebssteuerung oder Personal
  • Bankbetriebswirt und Führungsprogramme

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Filialleiter?

Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Filialleiter?

Zum Berufseinstieg rund 4.200 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.600 und 5.800 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Bankausbildung mit Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt. Fachlich geht es um Bankbetriebslehre, Vertriebssteuerung, Arbeits- und Führungsrecht und Kreditgeschäft; persönlich zählen vor allem Führung ohne Lautstärke, Fähigkeit, unangenehme Zahlen zu vertreten, Organisationstalent und Präsenz vor Ort.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Leitung eines größeren Standorts oder einer Region, Bereichsleitung Privatkunden, Wechsel in Vertriebssteuerung oder Personal oder Bankbetriebswirt und Führungsprogramme. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.600 und 5.800 Euro brutto im Monat.

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