Die Aufgaben
- Stellen ausschreiben und Auswahlverfahren begleiten
- Arbeitsvertragliche Fragen und Eingruppierungen klären
- Ausbildung und Nachwuchsprogramme betreuen
- Weiterbildung und Sachkundenachweise steuern
- Mit Personal- oder Betriebsrat verhandeln
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 15.600 € im Jahr
entspricht 43.200 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
3.900–4.900 €
Orientierungswerte. Personalstellen folgen dem Tarifvertrag des Hauses; die Eingruppierung hängt am Aufgabenzuschnitt, Leitungsfunktionen liegen in großen Instituten außertariflich. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Personalreferent in einer Bank?
Personalarbeit in einem Kreditinstitut unterscheidet sich von der in einem Industriebetrieb vor allem durch zwei Dinge: das Tarifrecht und die Aufsicht. Sparkassen wenden den TVöD-Sparkassen an, mit Personalräten nach dem jeweiligen Landespersonalvertretungsrecht; Privatbanken den Tarifvertrag für das private Bankgewerbe, Genossenschaftsbanken den Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken, beide mit Betriebsräten nach dem Betriebsverfassungsgesetz. Eingruppierungen sind damit keine Verhandlungssache, sondern Rechtsanwendung, und ein Fehler darin wirkt über Jahre.
Der zweite Unterschied ist der aufsichtliche Rahmen. Institute müssen nachweisen, dass Mitarbeiter in bestimmten Funktionen sachkundig sind – Anlageberater nach § 87 WpHG werden der BaFin angezeigt, für die Immobiliardarlehensberatung verlangt § 18a KWG entsprechende Kenntnisse, und für Geschäftsleiter gelten die Anforderungen des § 25c KWG an Eignung und laufende Fortbildung. Wer die Weiterbildung im Haus steuert, führt diese Nachweise mit.
Der Arbeitsalltag
Die Arbeit hat drei Schwerpunkte. Erstens die Betreuung: Fragen zu Verträgen, Arbeitszeit, Elternzeit, Altersvorsorge, Krankheitsfällen und Konflikten, dazu Gespräche, die niemand gern führt. Zweitens die Besetzung von Stellen, von der Ausschreibung über Auswahlverfahren bis zum Vertrag – in einem Arbeitsmarkt, in dem Institute um dieselben Bewerber konkurrieren und Bewerbungen auf Ausbildungsplätze seit Jahren zurückgehen. Drittens die Ausbildung, die in Banken traditionell einen hohen Stellenwert hat und organisiert werden muss: Einsatzpläne, Prüfungsvorbereitung, Übernahmeentscheidungen.
Dazu kommen Themen, die aus Strukturveränderungen entstehen. Filialschließungen, Zentralisierung von Backoffice-Aufgaben und Fusionen bedeuten Versetzungen, Umgruppierungen, Interessenausgleich und im Einzelfall Sozialpläne. Ein Personalreferent ist dabei nicht Entscheider, aber Überbringer und Umsetzer – der unangenehmste Teil der Rolle und einer, über den vor der Bewerbung Klarheit herrschen sollte.
Was die Rolle verlangt
Üblich sind ein Studium in BWL mit Personalschwerpunkt oder in Wirtschaftsrecht, ebenso der Weg über die Bankausbildung mit personalwirtschaftlicher Weiterbildung. Wer Ausbildung betreut, braucht die Ausbildereignung.
Fachlich unverzichtbar ist Arbeitsrecht, mit Tarif- und Mitbestimmungsrecht als Schwerpunkt. Persönlich zählt Verschwiegenheit ohne Ausnahme: Wer in dieser Abteilung sitzt, weiß Dinge über Kollegen, die im Haus nirgends sonst bekannt sind.
Was man verdient
Der Einstieg liegt meist zwischen 3.400 und 3.800 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 3.900 und 4.900 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der Tarifvertrag des jeweiligen Hauses; Leitungsfunktionen im Personalbereich sind in größeren Instituten außertariflich vergütet. Welche Tarifgruppe für eine Referentenstelle vorgesehen ist, entscheidet der Aufgabenzuschnitt und unterscheidet sich zwischen Instituten deutlich.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt in die Spezialisierung: Personalentwicklung, Recruiting, Vergütung und Tarifpolitik, betriebliche Altersversorgung. Ein zweiter in die Ausbildungsleitung, ein dritter in die Leitung Personal, die in mittleren Häusern unmittelbar an den Vorstand berichtet. Und weil Verbände und Verbundunternehmen Personalthemen für viele Institute bündeln, ist der Wechsel dorthin eine übliche Fortsetzung.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Verschwiegenheit
- • Sicherheit im Arbeits- und Tarifrecht
- • Fähigkeit, unangenehme Gespräche zu führen
- • Organisationstalent
Studium & Vorwissen
- • Personalwirtschaft
- • Arbeits- und Tarifrecht
- • Bankbetriebslehre
- • Berufspädagogik
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Personalabteilung einer Sparkasse
- Genossenschaftsbank oder Zentralbank
- Privatbank oder Landesbank
- Verband oder Verbundunternehmen
Wie es danach weitergeht
- Spezialisierung auf Personalentwicklung oder Recruiting
- Ausbildereignung und Berufspädagogik
- Arbeitsrecht mit Vertiefung
- Leitung Personal
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Personalreferent Bank?
Üblich sind 36 Monate (3 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Personalreferent Bank?
Zum Berufseinstieg rund 3.600 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 3.900 und 4.900 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird BWL mit Personalschwerpunkt, Wirtschaftsrecht oder Bankausbildung mit Weiterbildung. Fachlich geht es um Personalwirtschaft, Arbeits- und Tarifrecht, Bankbetriebslehre und Berufspädagogik; persönlich zählen vor allem Verschwiegenheit, Sicherheit im Arbeits- und Tarifrecht, Fähigkeit, unangenehme Gespräche zu führen und Organisationstalent.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Spezialisierung auf Personalentwicklung oder Recruiting, Ausbildereignung und Berufspädagogik, Arbeitsrecht mit Vertiefung oder Leitung Personal. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 3.900 und 4.900 Euro brutto im Monat.