Die Aufgaben
- Anlagestrategie in Musterdepots und Mandate übersetzen
- Vermögensaufteilung festlegen und überwachen
- Einzeltitel und Fonds auswählen
- Umschichtungen umsetzen und begründen
- Berichte für Kunden und Anlageausschuss erstellen
Was die Rolle zahlt
Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.
entspricht 18.000 € im Jahr
entspricht 50.400 € im Jahr
Mit 2–3 Jahren Erfahrung
4.800–6.500 €
Orientierungswerte. Portfoliomanagement wird in Sparkassen und Genossenschaftsbanken tariflich vergütet, in Privatbanken und Kapitalverwaltungsgesellschaften überwiegend außertariflich mit variablem Anteil; die Streuung ist groß. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.
Was macht ein Portfoliomanager?
Ein Portfoliomanager verwaltet Vermögen im Rahmen eines Mandats. Anders als in der Anlageberatung entscheidet er selbst: Der Kunde erteilt einmal Anlagerichtlinien – Anlageziel, Risikobereitschaft, zulässige Anlageklassen, Ausschlüsse –, und innerhalb dieser Grenzen wird ohne Rückfrage disponiert. Aufsichtsrechtlich ist das die Finanzportfolioverwaltung nach dem Wertpapierhandelsgesetz, eine erlaubnispflichtige Wertpapierdienstleistung mit eigenen Pflichten.
Die Arbeit hat zwei Ebenen. Die obere ist die Vermögensaufteilung: wie viel Aktien, Anleihen, Liquidität, gegebenenfalls Immobilien und Rohstoffe, in welchen Regionen, mit welcher Duration. Sie erklärt den größten Teil des Ergebnisses. Die untere ist die Auswahl der Instrumente – Einzeltitel, Fonds, börsengehandelte Indexfonds – mit Blick auf Kosten, Handelbarkeit und, seit MiFID II, den festgelegten Zielmarkt.
Der Arbeitsalltag
Der Rahmen ist der Anlageausschuss: dort wird die Hausmeinung beschlossen, und der Portfoliomanager setzt sie in den Mandaten um. Dazwischen liegt laufende Überwachung – Abweichungen von der Zielaufteilung, Titel, die aus dem Rahmen laufen, Zuflüsse und Entnahmen, die anzulegen oder zu liquidieren sind. Orders gehen an den Handel, nicht an die eigene Tastatur; die Funktionstrennung gilt hier ebenso.
Ein unterschätzter Teil ist das Berichtswesen. Kunden erhalten regelmäßige Berichte mit Wertentwicklung und Kosten, in vereinbarten Fällen zusätzlich Verlustschwellenmeldungen. Wer Ergebnisse erklärt, muss sie zuvor sauber zerlegt haben: was kam von der Aufteilung, was von der Auswahl, was von der Währung.
Belastend sind Verlustphasen. Eine Strategie, die über zehn Jahre trägt, kann in einem Jahr schmerzhaft hinter der Benchmark liegen, und dann kommen die Fragen – vom Kunden, vom Berater, vom eigenen Haus. Wer in solchen Monaten seine Systematik verlässt, richtet mehr Schaden an als der Markt.
Was die Rolle verlangt
Üblich ist ein wirtschaftswissenschaftliches oder quantitatives Studium, häufig ergänzt durch eine Zertifizierung als Investmentanalyst; der Einstieg erfolgt direkt oder über ein Traineeprogramm. Der Weg über die Bankausbildung mit Bankbetriebswirt und mehrere Jahre Wertpapiererfahrung ist in Regionalinstituten ebenso verbreitet.
Fachlich braucht es Portfoliotheorie, Bewertung und einen realistischen Blick auf Statistik – einschließlich der Einsicht, dass wenige Jahre Wertentwicklung über Können kaum etwas aussagen. Und man muss Entscheidungen treffen können, ohne die Sicherheit zu haben, dass sie richtig sind. Diese Rolle bietet keine Deckung durch Kundenzustimmung.
Was man verdient
In Sparkassen und Genossenschaftsbanken liegen Einstiegsgehälter meist zwischen 4.000 und 4.500 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.800 und 6.500 Euro, nach TVöD-Sparkassen beziehungsweise dem genossenschaftlichen Tarifwerk. In Privatbanken gilt der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe, für Spezialisten überwiegend außertarifliche Verträge; in Kapitalverwaltungsgesellschaften ist ein erheblicher variabler Anteil üblich, dessen Höhe an der Größe der verwalteten Vermögen hängt und die tarifliche Systematik verlässt.
Wie es weitergeht
Ein Weg führt in die Leitung der Vermögensverwaltung oder eines Fondsmanagements. Ein zweiter in die Spezialisierung: Renten, Aktien, nachhaltige Anlage, quantitative Strategien. Ein dritter zurück in den Kundenkontakt, in das Private Banking, wo die Erfahrung aus der Verwaltung fachliches Gewicht gibt. Und der Wechsel in Treasury oder Risikocontrolling ist möglich, weil die Werkzeuge dieselben sind.
Das sollten Sie mitbringen
Stärken
- • Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und zu tragen
- • Systematik statt Bauchgefühl
- • Verständnis für Statistik
- • Belastbarkeit in Verlustphasen
Studium & Vorwissen
- • Kapitalmarkttheorie
- • Portfoliotheorie und Statistik
- • Bewertung von Wertpapieren
- • Volkswirtschaft
Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.
Wo gearbeitet wird
- Vermögensverwaltung einer Sparkasse
- Privatbank oder Privatbankhaus
- Kapitalverwaltungsgesellschaft im Verbund
- Family Office
Wie es danach weitergeht
- Zertifizierung zum Investmentanalysten
- Spezialisierung auf Anlageklassen oder nachhaltige Anlage
- Leitung Vermögensverwaltung
- Wechsel in Fondsmanagement
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Weg zum Portfoliomanager?
Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.
Was verdient man als Portfoliomanager?
Zum Berufseinstieg rund 4.200 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.800 und 6.500 Euro.
Welche Voraussetzungen braucht man?
Erwartet wird BWL, Volkswirtschaft oder Wirtschaftsmathematik (M.Sc.), oft mit Zertifizierung. Fachlich geht es um Kapitalmarkttheorie, Portfoliotheorie und Statistik, Bewertung von Wertpapieren und Volkswirtschaft; persönlich zählen vor allem Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen und zu tragen, Systematik statt Bauchgefühl, Verständnis für Statistik und Belastbarkeit in Verlustphasen.
Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?
Typische Wege sind Zertifizierung zum Investmentanalysten, Spezialisierung auf Anlageklassen oder nachhaltige Anlage, Leitung Vermögensverwaltung oder Wechsel in Fondsmanagement. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.800 und 6.500 Euro brutto im Monat.