Private Banking & Vermögen

Stiftungsmanager

Betreut Stiftungen und ihre Vermögen – Anlage unter Kapitalerhalt, Mittelverwendung, Gremienarbeit und die Begleitung von Stiftern bei der Gründung.

Weg in die Rolle
60 Monate (5 Jahre)
Ausbildung
1.400 €
Berufseinstieg
3.900 €
Studium
BWL, Rechtswissenschaft oder Bankbetriebswirt, mit Zusatzqualifikation

Die Aufgaben

  • Stiftungsvermögen nach Anlagerichtlinien verwalten
  • Erträge für die Mittelverwendung planen
  • Stifter bei Gründung und Satzung begleiten
  • Treuhandstiftungen verwalten und abrechnen
  • Gremien und Stiftungsaufsicht bedienen

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Berufseinstieg 3.900 € / Monat

entspricht 46.800 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.400–5.600 €

Orientierungswerte. In Sparkassen und Genossenschaftsbanken gilt der jeweilige Tarifvertrag, in Privatbanken der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe mit außertariflichen Verträgen für erfahrene Betreuer; die Höhe hängt am betreuten Volumen und am Zuschnitt der Stelle. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Stiftungsmanager?

Eine Stiftung ist ein Vermögen mit einem Zweck und ohne Eigentümer. Aus dieser Konstruktion folgt alles, was diese Rolle tut: Das Vermögen ist grundsätzlich zu erhalten, aus seinen Erträgen ist der Zweck zu erfüllen, und beides ist gegenüber Gremien, Stiftungsaufsicht und Finanzamt nachzuweisen.

Kreditinstitute sind an dieser Stelle gleich mehrfach beteiligt. Sie verwalten die Vermögen rechtsfähiger Stiftungen, sie führen Treuhandstiftungen, bei denen das Vermögen einem Träger übertragen wird, sie beraten Stifter bei der Errichtung und der Formulierung des Zwecks, und viele Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Stiftungen für ihre Region. Das Stiftungsrecht wurde zum Jahr 2023 bundeseinheitlich neu gefasst; seit 2026 werden rechtsfähige Stiftungen in einem bundesweiten Stiftungsregister geführt, was Vertretungsnachweise einfacher macht.

Die Anlage folgt eigenen Regeln. Gefordert ist nicht die höchste Rendite, sondern ein verlässlicher Ertrag bei Erhalt der Substanz – nach herrschendem Verständnis real, also unter Berücksichtigung der Kaufkraft. Dazu kommt das Gemeinnützigkeitsrecht mit seinen Anforderungen an die zeitnahe Verwendung der Mittel und an die Rücklagenbildung, dessen Verletzung die Steuerbegünstigung gefährdet.

Der Arbeitsalltag

Der Jahreslauf ist ruhig und förmlich. Anlageausschüsse und Kuratorien tagen wenige Male im Jahr, dafür mit Vorlagen, die Bestand, Ertrag, Mittelverwendung und Ausblick darstellen. Dazwischen liegen laufende Verwaltung, Abrechnungen, Zuwendungsbescheinigungen, Abstimmungen mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern und die Bearbeitung von Förderanträgen, über die die Gremien entscheiden.

Der andere Teil ist Beratung. Stifter – häufig ältere Menschen ohne Erben oder Unternehmer nach dem Verkauf ihres Betriebs – brauchen Zeit, weil es um eine Entscheidung geht, die nach ihrem Tod wirken soll. Solche Gespräche laufen über Monate, gelegentlich Jahre, und sie berühren Erbrecht, Steuern und Familiengeschichten.

Belastend ist die Ertragslage vieler kleiner Stiftungen: Ein Vermögen von wenigen hunderttausend Euro erwirtschaftet nach Kosten kaum Mittel für den Zweck, und diese Rechnung muss den Gremien offen erklärt werden. Dazu die Sorgfaltspflicht: Wer fremdes, dauerhaft gebundenes Vermögen verwaltet, arbeitet unter Nachweispflichten, die keine Nachlässigkeit erlauben.

Was die Rolle verlangt

Der Weg führt über das Private Banking, die Vermögensverwaltung oder das Rechnungswesen, mit einem betriebswirtschaftlichen oder juristischen Studium oder dem Bankbetriebswirt als Grundlage; Zertifizierungen im Stiftungsmanagement sind verbreitet.

Verlangt wird die Verbindung von Anlage und Recht. Wer nur anlegen kann, übersieht Gemeinnützigkeitsfragen; wer nur das Recht kennt, kann die Anlagestrategie nicht verantworten. Persönlich zählt Zurückhaltung und Verlässlichkeit über sehr lange Zeiträume.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.400 und 5.600 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder das genossenschaftliche Tarifwerk; in Privatbanken mit großem Stiftungsgeschäft sind außertarifliche Verträge üblich. Weil die Aufgabe in kleineren Häusern eine Teilaufgabe im Private Banking ist, hängt die Vergütung stark am Zuschnitt.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Nachfolgeberatung und Testamentsvollstreckung, die fachlich benachbart ist. Ein zweiter in die Vermögensverwaltung, ein dritter in die Leitung eines Stiftungsmanagements oder in eine eigenständige Stiftungsverwaltung. Und weil Verbände, Kirchen und große Stiftungen dieselbe Kompetenz brauchen, ist der Wechsel aus der Bank heraus ein üblicher Schritt.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Verständnis für Recht und Anlage
  • • Verlässlichkeit über Jahrzehnte
  • • Feingefühl im Umgang mit Stiftern
  • • Genauigkeit bei Nachweisen

Studium & Vorwissen

  • • Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrecht
  • • Vermögensanlage
  • • Rechnungswesen für Stiftungen
  • • Erb- und Steuerrecht in Grundzügen

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Stiftungsmanagement einer Sparkasse
  • Privatbank oder Privatbankhaus
  • Genossenschaftliche Zentralbank
  • Stiftungsverwaltung oder Family Office

Wie es danach weitergeht

  • Zertifizierung im Stiftungsmanagement
  • Spezialisierung auf Nachfolge und Testamentsvollstreckung
  • Vermögensverwaltung
  • Leitung Stiftungsmanagement

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Stiftungsmanager?

Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Stiftungsmanager?

Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.400 und 5.600 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird BWL, Rechtswissenschaft oder Bankbetriebswirt, mit Zusatzqualifikation. Fachlich geht es um Stiftungs- und Gemeinnützigkeitsrecht, Vermögensanlage, Rechnungswesen für Stiftungen und Erb- und Steuerrecht in Grundzügen; persönlich zählen vor allem Verständnis für Recht und Anlage, Verlässlichkeit über Jahrzehnte, Feingefühl im Umgang mit Stiftern und Genauigkeit bei Nachweisen.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Zertifizierung im Stiftungsmanagement, Spezialisierung auf Nachfolge und Testamentsvollstreckung, Vermögensverwaltung oder Leitung Stiftungsmanagement. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.400 und 5.600 Euro brutto im Monat.

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