Private Banking & Vermögen

Private-Banking-Berater

Betreut vermögende Privatkunden über Generationen hinweg – Anlage, Nachfolge, Immobilien und Steuerfragen in einem Mandat, mit hoher Erwartung an Erreichbarkeit.

Weg in die Rolle
60 Monate (5 Jahre)
Ausbildung
1.400 €
Berufseinstieg
4.100 €
Studium
Bankausbildung mit Bankbetriebswirt oder BWL-Studium, Sachkunde nach § 87 WpHG

Die Aufgaben

  • Vermögensstruktur erheben und Anlagestrategie festlegen
  • Depots besprechen und Umschichtungen begründen
  • Nachfolge, Schenkung und Stiftung mit Spezialisten begleiten
  • Immobilien und Beteiligungen in die Gesamtsicht einordnen
  • Geeignetheit und Beratungsdokumentation lückenlos führen

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Berufseinstieg 4.100 € / Monat

entspricht 49.200 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.600–6.000 €

Orientierungswerte. Im Private Banking sind außertarifliche Verträge verbreitet; die Vergütung hängt an betreutem Volumen, Institutstyp und Region und ist ohne Kenntnis des Vertrags nicht zu beziffern. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Private-Banking-Berater?

Im Private Banking wird nicht ein Produkt beraten, sondern ein Vermögen begleitet. Die Kunden sind Unternehmer, Freiberufler, Erben, Ruheständler mit Immobilienbestand; ab welchem Volumen ein Haus sie so betreut, entscheidet es selbst – die Schwellen liegen je nach Institut zwischen einigen Hunderttausend Euro liquidem Vermögen und mehreren Millionen, und sie sind kein Branchenstandard.

Die Themen greifen über die Bank hinaus: Anlagestrategie und Depotstruktur, aber auch Nachfolge, Schenkung zu Lebzeiten, Testamentsvollstreckung, Stiftungsgründung, Beteiligungen, vermietete Immobilien, gelegentlich der Verkauf des eigenen Unternehmens. Der Berater bearbeitet das nicht allein; er organisiert Spezialisten aus dem Haus und arbeitet mit Steuerberatern und Notaren des Kunden zusammen. Sein eigentlicher Beitrag ist die Gesamtsicht, die keiner der Beteiligten sonst hat.

Der Arbeitsalltag

Die Zahl der betreuten Mandate ist klein – oft 80 bis 200 –, die Vorbereitungszeit je Gespräch dafür lang. Ein Depotgespräch verlangt Kenntnis der Marktentwicklung, der eigenen Hausmeinung und der Vorgeschichte des Kunden, dazu eine Geeignetheitsprüfung, die Kenntnisse, Erfahrungen, Verlusttragfähigkeit und Nachhaltigkeitspräferenzen erfasst und dokumentiert. Termine finden abends oder beim Kunden statt, Erreichbarkeit wird selbstverständlich erwartet.

Die Belastung ist anders als in der Filiale, aber nicht geringer. Verluste im Depot muss erklären, wer den Kauf empfohlen hat, und ein enttäuschter Kunde nimmt sein Vermögen mit. Dazu die Erwartung an Neugeschäft: Wachstumsziele im Private Banking bemessen sich in zugeführtem Vermögen, und Zuführungen entstehen über Netzwerke, die Jahre brauchen. Dass Berater beim Wechsel Kunden mitnehmen, ist in diesem Segment die Regel und Teil des Wettbewerbs.

Was die Rolle verlangt

Der Weg führt über Jahre in der Privatkunden- oder Firmenkundenberatung. Formal notwendig ist die Sachkunde nach § 87 WpHG für die Anlageberatung; üblich sind darüber hinaus der Bankbetriebswirt oder ein Studium und eine Zertifizierung in der Finanzplanung. Steuer- und erbrechtliche Grundkenntnisse sind Pflicht, ohne dass daraus eine Beratungsbefugnis würde: Rechts- und Steuerberatung bleibt bei den dafür zugelassenen Berufen.

Persönlich zählt Zurückhaltung. Wer über Vermögen staunt, verliert die Position, aus der beraten wird.

Was man verdient

Tariflich eingruppierte Stellen im Private Banking liegen beim Einstieg meist zwischen 4.000 und 4.400 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.600 und 6.000 Euro. In Privatbanken und im Wealth Management großer Häuser sind außertarifliche Verträge mit erheblichem variablem Anteil üblich; in Sparkassen und Genossenschaftsbanken bleibt es überwiegend beim Tarif – TVöD-Sparkassen beziehungsweise dem genossenschaftlichen Tarifwerk – mit kleinerer Zulage. Die Streuung in diesem Segment ist die größte im ganzen Privatkundengeschäft.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in größere Vermögen und damit in das Wealth Management oder ein Family Office. Ein zweiter in die Spezialisierung: Unternehmerkunden, Stiftungen, Testamentsvollstreckung. Ein dritter auf die andere Seite des Tisches, in das Portfoliomanagement, wo entschieden statt beraten wird. Und wer führen will, übernimmt einen Standort oder ein Team – im Private Banking eine kleine Einheit mit wenigen, teuren Mitarbeitern.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Diskretion ohne Ausnahme
  • • Souveränität gegenüber Vermögen
  • • Ausdauer in langen Entscheidungsprozessen
  • • Fähigkeit, Verluste zu erklären

Studium & Vorwissen

  • • Wertpapier- und Portfoliokunde
  • • Erb- und Schenkungsrecht
  • • Steuerrecht in Grundzügen
  • • Volkswirtschaft und Kapitalmarkt

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Private Banking einer Sparkasse
  • Privatbank oder Privatbankhaus
  • Wealth Management einer Großbank
  • Family Office

Wie es danach weitergeht

  • Certified Financial Planner oder vergleichbare Zertifizierung
  • Spezialisierung auf Unternehmerkunden oder Stiftungen
  • Wechsel in Portfoliomanagement
  • Leitung eines Private-Banking-Standorts

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Private-Banking-Berater?

Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Private-Banking-Berater?

Zum Berufseinstieg rund 4.100 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.600 und 6.000 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Bankausbildung mit Bankbetriebswirt oder BWL-Studium, Sachkunde nach § 87 WpHG. Fachlich geht es um Wertpapier- und Portfoliokunde, Erb- und Schenkungsrecht, Steuerrecht in Grundzügen und Volkswirtschaft und Kapitalmarkt; persönlich zählen vor allem Diskretion ohne Ausnahme, Souveränität gegenüber Vermögen, Ausdauer in langen Entscheidungsprozessen und Fähigkeit, Verluste zu erklären.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Certified Financial Planner oder vergleichbare Zertifizierung, Spezialisierung auf Unternehmerkunden oder Stiftungen, Wechsel in Portfoliomanagement oder Leitung eines Private-Banking-Standorts. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.600 und 6.000 Euro brutto im Monat.

Ähnliche Rollen