Kredit & Finanzierung

Sanierungs- und Abwicklungsspezialist

Übernimmt Kredite, die nicht mehr planmäßig laufen – Sanierung, wenn es trägt, Verwertung, wenn es das nicht mehr tut.

Weg in die Rolle
60 Monate (5 Jahre)
Ausbildung
1.350 €
Berufseinstieg
3.900 €
Studium
Bankausbildung mit Bankbetriebswirt oder BWL bzw. Rechtswissenschaft

Die Aufgaben

  • Sanierungsfähigkeit und Sanierungswürdigkeit beurteilen
  • Sanierungskonzepte prüfen und Auflagen verhandeln
  • Stillhalte- und Sanierungsvereinbarungen abschließen
  • Sicherheiten verwerten und Zwangsmaßnahmen einleiten
  • Insolvenzverfahren begleiten und Forderungen anmelden

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.350 € / Monat

entspricht 16.200 € im Jahr

Berufseinstieg 3.900 € / Monat

entspricht 46.800 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.300–5.400 €

Orientierungswerte. Die Problemkreditbearbeitung gilt als anspruchsvollster Teil des Kreditgeschäfts und ist entsprechend hoch eingruppiert – nach TVöD-Sparkassen, Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder genossenschaftlichem Tarifwerk. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Sanierungs- und Abwicklungsspezialist?

Wenn ein Kredit nicht mehr planmäßig bedient wird, verlässt er die normale Bearbeitung. Die MaRisk verlangen dafür klare Kriterien und eigene Verfahren: Kredite mit erhöhtem Risiko gehen in die Intensivbetreuung, gefährdete in die Sanierung oder Abwicklung. Diese Rolle übernimmt sie dort.

Am Anfang stehen zwei Fragen, die auseinandergehalten werden müssen. Sanierungsfähigkeit ist eine betriebswirtschaftliche Frage: Kann das Unternehmen oder der Haushalt aus eigener Kraft wieder tragfähig werden? Sanierungswürdigkeit ist eine Entscheidung der Bank: Will sie den Weg mitgehen, und was verlangt sie dafür? Bei größeren Engagements liegt dazu ein Sanierungskonzept vor, häufig nach dem Standard des Instituts der Wirtschaftsprüfer erstellt, mit Maßnahmenplan, Liquiditätsvorschau und Beiträgen aller Beteiligten.

Trägt die Sanierung nicht, folgt die Verwertung: Kündigung, Fälligstellung, Verwertung der Sicherheiten, Zwangsverwaltung oder Zwangsversteigerung von Immobilien, Anmeldung von Forderungen im Insolvenzverfahren, Verhandlungen mit Insolvenzverwaltern und anderen Gläubigern.

Der Arbeitsalltag

Die Fallzahlen sind kleiner als in der Marktfolge, die Fälle dafür langlebig – manche Engagements begleiten eine Person über Jahre. Der Tag besteht aus Aktenarbeit, Telefonaten mit Kunden, Beratern, Anwälten und Verwaltern und aus Vorlagen, in denen Entscheidungen begründet werden: Verzicht, Stundung, Rangrücktritt, Verkauf einer Immobilie, Abschluss eines Vergleichs.

Rechnungswesen und Risikocontrolling sind ständige Nachbarn, weil jede Einschätzung in die Risikovorsorge einfließt: Einzelwertberichtigungen entstehen aus der Beurteilung, wie viel des Engagements noch werthaltig ist.

Belastend ist die Nähe zu Existenzen. Auf der anderen Seite des Tisches sitzen Unternehmer, die ihren Betrieb verlieren, und Privatpersonen, die ihr Haus verlieren, häufig verbunden mit Vorwürfen an die Bank. Wer hier arbeitet, muss sachlich bleiben, ohne zynisch zu werden – die schwierigste Anforderung der Rolle und der Grund, warum sie nicht jeder lange ausübt.

Was die Rolle verlangt

Der Weg führt über mehrere Jahre im Kreditgeschäft, meist über Marktfolge oder Kreditanalyse, mit Bankbetriebswirt oder Studium als Grundlage; auch Juristen finden hier Stellen. Fachlich unverzichtbar sind Insolvenz- und Zwangsvollstreckungsrecht, Sicherheitenrecht und die Fähigkeit, eine Liquiditätsplanung auf Belastbarkeit zu prüfen.

Persönlich zählt Verhandlungsfähigkeit unter Druck. Eine Sanierung gelingt selten, weil eine Seite recht hat, sondern weil mehrere Beteiligte gleichzeitig auf etwas verzichten.

Was man verdient

Der Einstieg in diese Spezialisierung liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.300 und 5.400 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Variable Anteile sind unüblich; entlohnt wird über die Eingruppierung, die in dieser Einheit regelmäßig über der allgemeinen Marktfolge liegt.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Leitung der Problemkreditbearbeitung, ein zweiter in die Spezialisierung auf gewerbliche Sanierungen oder Immobilienverwertung. Ein dritter zurück in die Kreditanalyse, wo diese Erfahrung besonders wirkt: Wer gesehen hat, wie Engagements enden, votiert anders. Auch Revision, Risikocontrolling und Beratungsgesellschaften fragen diese Kenntnis nach.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Nervenstärke in Konfliktgesprächen
  • • Rechtssicherheit bei Verträgen
  • • Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit
  • • Distanz zur eigenen Betroffenheit

Studium & Vorwissen

  • • Kreditrecht und Sicherheitenrecht
  • • Insolvenzrecht
  • • Bilanzanalyse und Sanierung
  • • Zwangsvollstreckungsrecht

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Intensivbetreuung einer Sparkasse
  • Sanierung und Abwicklung einer Genossenschaftsbank
  • Privatbank oder Landesbank
  • Spezialeinheit eines Verbundinstituts

Wie es danach weitergeht

  • Spezialisierung auf gewerbliche Sanierungen
  • Immobilienverwertung
  • Leitung der Problemkreditbearbeitung
  • Wechsel in Kreditanalyse oder Revision

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Sanierungs- und Abwicklungsspezialist?

Üblich sind 60 Monate (5 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Sanierungs- und Abwicklungsspezialist?

Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Bankausbildung mit Bankbetriebswirt oder BWL bzw. Rechtswissenschaft. Fachlich geht es um Kreditrecht und Sicherheitenrecht, Insolvenzrecht, Bilanzanalyse und Sanierung und Zwangsvollstreckungsrecht; persönlich zählen vor allem Nervenstärke in Konfliktgesprächen, Rechtssicherheit bei Verträgen, Entscheidungsfähigkeit unter Unsicherheit und Distanz zur eigenen Betroffenheit.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Spezialisierung auf gewerbliche Sanierungen, Immobilienverwertung, Leitung der Problemkreditbearbeitung oder Wechsel in Kreditanalyse oder Revision. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro brutto im Monat.

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Einstieg
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