Compliance & Recht

Compliance-Officer

Überwacht, dass das Institut die Regeln einhält, die für sein Geschäft gelten – von Interessenkonflikten im Wertpapiergeschäft bis zu Sanktionen und Mitarbeitergeschäften.

Weg in die Rolle
36 Monate (3 Jahre)
Ausbildung
1.400 €
Berufseinstieg
3.900 €
Studium
Wirtschaftsrecht, BWL oder Rechtswissenschaft, oft mit Bankpraxis

Die Aufgaben

  • Regelwerke auswerten und in Arbeitsanweisungen übersetzen
  • Interessenkonflikte erfassen und überwachen
  • Mitarbeitergeschäfte und Zuwendungen kontrollieren
  • Kontrollhandlungen planen, durchführen, dokumentieren
  • Schulungen halten und Fachbereiche beraten

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Berufseinstieg 3.900 € / Monat

entspricht 46.800 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.300–5.400 €

Orientierungswerte. Compliance-Stellen sind tariflich eingruppiert, in größeren Häusern teils außertariflich; Höhe und Spanne hängen an Institutsgröße, Aufsichtsintensität und Zuschnitt der Funktion. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Compliance-Officer?

Ein Compliance-Officer sorgt dafür, dass ein Institut die für sein Geschäft wesentlichen rechtlichen Vorgaben einhält – und dass es das belegen kann. Die Funktion ist nicht freiwillig: die MaRisk verlangen eine Compliance-Funktion als Teil des internen Kontrollsystems, und für das Wertpapiergeschäft schreibt § 80 WpHG eine eigene, dauerhaft wirksame Compliance-Funktion vor, deren Anforderungen die BaFin in den MaComp ausführt.

Die Aufgabe ist zweigeteilt. Zum einen beobachtet Compliance neue Regeln und übersetzt sie in Arbeitsanweisungen, Prozesse und Systemeinstellungen. Zum anderen kontrolliert sie, ob eingehalten wird, was angeordnet wurde: Beratungsdokumentation, Aufzeichnung von Telefonaten nach § 83 WpHG, Umgang mit Zuwendungen, Mitarbeitergeschäfte, Insiderlisten, Sanktions- und Embargoprüfungen. Über die Ergebnisse wird der Geschäftsleitung berichtet, in der Regel mindestens jährlich und bei erheblichen Feststellungen sofort.

Der Arbeitsalltag

Der Alltag ist Lesen, Prüfen, Schreiben und Erklären. Ein guter Teil der Zeit geht in Stichproben und ihre Dokumentation, ein zweiter in Anfragen aus den Fachbereichen – ob eine Werbeaussage zulässig ist, ob ein Geschenk angenommen werden darf, ob ein Kunde in einem Sanktionsregime sitzt. Dazu Schulungen, die niemand freiwillig besucht und die trotzdem nachweisbar stattfinden müssen.

Die Belastung liegt in der Menge und in der Rolle. Regulierung nimmt seit Jahren zu, ohne dass Altes entfiele, und Compliance ist in kleineren Häusern häufig mit einer oder zwei Personen besetzt, die dasselbe Pensum abbilden müssen wie eine Abteilung in einer Großbank. Dazu die Position selbst: Wer kontrolliert, wird nicht gemocht. Die Funktion ist auf Unabhängigkeit angelegt, und wer sie ausübt, muss Nein sagen können, wenn ein Ertrag daran hängt.

Was die Rolle verlangt

Üblich sind ein wirtschaftsrechtliches oder betriebswirtschaftliches Studium, häufig kombiniert mit Bankpraxis; auch Juristen finden hier Stellen, mancher nach dem Referendariat. Wer aus dem Vertrieb kommt, kennt die Abläufe, muss aber die Perspektive wechseln. Fachliche Grundlage sind WpHG, KWG, die MaRisk und MaComp, dazu europäische Verordnungen, die unmittelbar gelten.

Die entscheidende Eigenschaft ist Beharrlichkeit ohne Rechthaberei. Wer nur auf Vorschriften verweist, wird umgangen; wer erklärt, welcher Schaden verhindert wird, bekommt Mitarbeit.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.300 und 5.400 Euro. Vergütet wird nach dem TVöD-Sparkassen, dem Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder dem genossenschaftlichen Tarifwerk; in großen Häusern und bei Leitungsfunktionen sind außertarifliche Verträge üblich. Variable Anteile sind in Kontrollfunktionen bewusst gering, weil eine Vergütung, die am Geschäftserfolg hängt, die Unabhängigkeit der Funktion beschädigen würde.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Spezialisierung: Wertpapier-Compliance, Sanktionen, Datenschutz, Auslagerungscontrolling. Ein zweiter in die Geldwäscheprävention, die vielfach in derselben Abteilung sitzt und rechtlich eigene Anforderungen hat. Ein dritter in die Interne Revision, wo dieselben Themen im Nachhinein geprüft werden. Und weil Häuser die Funktion besetzen müssen, ist die Leitung von Compliance auch in mittleren Instituten eine erreichbare Position.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Genauigkeit beim Lesen von Normen
  • • Beharrlichkeit gegenüber Widerstand
  • • Unabhängigkeit im Urteil
  • • Fähigkeit, Regeln verständlich zu erklären

Studium & Vorwissen

  • • Bankaufsichtsrecht
  • • Wertpapierhandelsrecht
  • • Compliance und Governance
  • • Bankbetriebslehre

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Compliance-Bereich einer Sparkasse oder Genossenschaftsbank
  • Privatbank oder Landesbank
  • Wertpapierhaus
  • Zentrale eines Verbundunternehmens

Wie es danach weitergeht

  • Spezialisierung auf Wertpapier-Compliance oder Sanktionen
  • Geldwäschebeauftragter
  • Interne Revision
  • Leitung der Compliance-Funktion

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Compliance-Officer?

Üblich sind 36 Monate (3 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Compliance-Officer?

Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Wirtschaftsrecht, BWL oder Rechtswissenschaft, oft mit Bankpraxis. Fachlich geht es um Bankaufsichtsrecht, Wertpapierhandelsrecht, Compliance und Governance und Bankbetriebslehre; persönlich zählen vor allem Genauigkeit beim Lesen von Normen, Beharrlichkeit gegenüber Widerstand, Unabhängigkeit im Urteil und Fähigkeit, Regeln verständlich zu erklären.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Spezialisierung auf Wertpapier-Compliance oder Sanktionen, Geldwäschebeauftragter, Interne Revision oder Leitung der Compliance-Funktion. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro brutto im Monat.

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Dauer
36 Monate (3 Jahre)
Einstieg
1.400 €