Compliance & Recht

Datenschutzbeauftragter Bank

Überwacht die Verarbeitung personenbezogener Daten im Institut – Verzeichnisse, Auskunftsersuchen, Auftragsverarbeiter und Meldungen bei Verstößen.

Weg in die Rolle
48 Monate (4 Jahre)
Ausbildung
1.400 €
Berufseinstieg
3.900 €
Studium
Wirtschaftsrecht, Rechtswissenschaft oder Wirtschaftsinformatik, mit Fachkunde

Die Aufgaben

  • Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten führen
  • Datenschutz-Folgenabschätzungen begleiten
  • Auskunfts- und Löschersuchen bearbeiten
  • Auftragsverarbeitung mit Dienstleistern prüfen
  • Datenschutzvorfälle bewerten und melden

Was die Rolle zahlt

Monatsbrutto auf den einzelnen Stufen des Weges in diese Rolle. Es sind Orientierungswerte; was ein Haus tatsächlich zahlt, hängt am Tarif, an der Entgeltgruppe und an der Größe des Instituts.

Ausbildung 1.400 € / Monat

entspricht 16.800 € im Jahr

Berufseinstieg 3.900 € / Monat

entspricht 46.800 € im Jahr

Mit 2–3 Jahren Erfahrung

4.300–5.400 €

Orientierungswerte. Die Funktion wird tariflich vergütet, in großen Häusern außertariflich; in kleineren Instituten ist sie oft mit Compliance oder Organisation gebündelt oder an einen externen Datenschutzbeauftragten übertragen. Die untere Stufe ist die Vergütung während der Ausbildung oder eines dualen Studiums.

Was macht ein Datenschutzbeauftragter in einer Bank?

Kaum ein Unternehmen verarbeitet so viele sensible Daten wie ein Kreditinstitut: Einkommen, Vermögen, Kontobewegungen, Bonitätsurteile, Erbfälle, Kreditausfälle. Der Datenschutzbeauftragte überwacht, dass diese Verarbeitung rechtmäßig geschieht, und berät die Fachbereiche dabei. Die Bestellung folgt der Datenschutz-Grundverordnung, für nichtöffentliche Stellen ergänzt durch das Bundesdatenschutzgesetz, das eine Pflicht zur Bestellung ab einer bestimmten Zahl ständig mit automatisierter Verarbeitung beschäftigter Personen vorsieht; Sparkassen sind als öffentlich-rechtliche Institute ohnehin erfasst.

Zu den ständigen Aufgaben gehören das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, die Begleitung von Datenschutz-Folgenabschätzungen bei riskanten Verfahren, die Prüfung von Verträgen zur Auftragsverarbeitung – in der Kreditwirtschaft besonders mit Rechenzentralen und Verbundunternehmen –, die Bearbeitung von Auskunfts-, Berichtigungs- und Löschersuchen und die Bewertung von Vorfällen, die binnen kurzer Frist an die Aufsichtsbehörde zu melden sind.

Hinzu kommt eine Besonderheit der Branche: Das Bankgeheimnis besteht neben dem Datenschutzrecht und ist mit ihm nicht deckungsgleich. Übermittlungen an Auskunfteien, an Verbundpartner oder innerhalb einer Gruppe sind deshalb einzeln zu begründen.

Der Arbeitsalltag

Die Arbeit ist Beratung, Prüfung und Dokumentation. Fachbereiche kommen mit Vorhaben – ein neues Auswertungswerkzeug, eine Kampagne mit Kundendaten, ein Videoberatungssystem, ein Dienstleister im Ausland –, und die Aufgabe besteht darin, die Rechtsgrundlage zu klären, bevor das Vorhaben läuft. Danach folgt die Kontrolle: Stichproben, Berechtigungen, Löschfristen, Verträge.

Vorfälle unterbrechen alles. Eine falsch adressierte Postsendung, ein verlorener Datenträger, ein Zugriff ohne Anlass: jeder Fall verlangt Sachverhaltsaufnahme, Risikobewertung und die Entscheidung über eine Meldung, für die die Verordnung eine kurze Frist setzt.

Belastend sind zwei Dinge: die Rolle als Bremse, die man häufig einnimmt, obwohl man beraten möchte, und die Ausstattung. In vielen Instituten ist die Funktion eine Teilaufgabe neben anderen, während die Zahl der Verfahren und Dienstleister zunimmt. Vertriebsziele gibt es nicht, dafür Fristen, die von außen gesetzt werden.

Was die Rolle verlangt

Die Bestellung setzt Fachkunde voraus, die sich an Umfang und Risiko der Verarbeitung bemisst; üblich sind ein wirtschaftsrechtliches oder juristisches Studium oder eine Wirtschaftsinformatik-Ausbildung mit datenschutzrechtlicher Zertifizierung. Der Weg aus der Bankpraxis über Organisation, Compliance oder IT ist ebenso verbreitet und hat den Vorteil, die Verfahren zu kennen.

Fachlich unverzichtbar sind Datenschutzrecht und ein belastbares Verständnis der IT-Landschaft. Persönlich zählt, Konflikte auszuhalten und trotzdem ansprechbar zu bleiben: Ein Datenschutzbeauftragter, den niemand fragt, erfährt von Vorhaben erst, wenn sie laufen.

Was man verdient

Der Einstieg liegt meist zwischen 3.700 und 4.100 Euro brutto im Monat, mit Erfahrung zwischen 4.300 und 5.400 Euro, dazu die tarifliche Sonderzahlung. Grundlage ist der TVöD-Sparkassen, der Tarifvertrag für das private Bankgewerbe oder der Tarifvertrag für Volksbanken und Raiffeisenbanken. Weil kleinere Häuser die Funktion bündeln oder extern besetzen, hängt die Vergütung stark am Zuschnitt; eine allgemeine Zahl für die Rolle gibt es nicht.

Wie es weitergeht

Ein Weg führt in die Spezialisierung auf IT- und Auslagerungsthemen, die in der Kreditwirtschaft den größten Teil der Fälle ausmachen. Ein zweiter in Compliance oder Informationssicherheit, mit denen sich die Arbeit ohnehin überschneidet. Ein dritter zu Verbundunternehmen, Verbänden oder in die externe Beratung, die den Datenschutz für mehrere Institute übernimmt.

Das sollten Sie mitbringen

Stärken

  • • Genauigkeit beim Lesen von Normen
  • • Verständnis für IT-Systeme
  • • Beharrlichkeit gegenüber Fachbereichen
  • • Verschwiegenheit

Studium & Vorwissen

  • • Datenschutzrecht
  • • Bankrecht und Bankgeheimnis
  • • IT-Grundlagen
  • • Vertragsrecht

Ein Studium ist für diese Rolle nicht in jedem Fall nötig: Der übliche Weg in eine Bank führt über die Ausbildung zum Bankkaufmann und die Weiterbildung zum Bankfachwirt. Entscheidend ist seltener der Abschluss als die Abteilung, in der man vorher gesessen hat.

Wo gearbeitet wird

  • Datenschutz einer Sparkasse
  • Genossenschaftsbank oder Rechenzentrale
  • Privatbank oder Direktbank
  • Verband oder Verbundunternehmen

Wie es danach weitergeht

  • Zertifizierung im Datenschutz
  • Spezialisierung auf IT und Auslagerungen
  • Compliance oder Informationssicherheit
  • Leitung einer Datenschutzorganisation

Häufige Fragen

Wie lange dauert der Weg zum Datenschutzbeauftragter Bank?

Üblich sind 48 Monate (4 Jahre) von der Ausbildung bis in die Rolle. Wer über ein Studium einsteigt, ist meist schneller dort; wer aus einer anderen Abteilung wechselt, braucht länger.

Was verdient man als Datenschutzbeauftragter Bank?

Zum Berufseinstieg rund 3.900 Euro brutto im Monat. Mit zwei bis drei Jahren Erfahrung liegt die Spanne meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro.

Welche Voraussetzungen braucht man?

Erwartet wird Wirtschaftsrecht, Rechtswissenschaft oder Wirtschaftsinformatik, mit Fachkunde. Fachlich geht es um Datenschutzrecht, Bankrecht und Bankgeheimnis, IT-Grundlagen und Vertragsrecht; persönlich zählen vor allem Genauigkeit beim Lesen von Normen, Verständnis für IT-Systeme, Beharrlichkeit gegenüber Fachbereichen und Verschwiegenheit.

Wie geht es von dieser Rolle aus weiter?

Typische Wege sind Zertifizierung im Datenschutz, Spezialisierung auf IT und Auslagerungen, Compliance oder Informationssicherheit oder Leitung einer Datenschutzorganisation. Das Gehalt liegt dann meist zwischen 4.300 und 5.400 Euro brutto im Monat.

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Einstieg
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